das muss ich noch schnell rauslassen - ist ja noch nicht 2010
gestern hab ich mich beim marathon op kölsch angemeldet. starttermin ist der 3. oktober. das passt perfekt, denn der letzte wettkampf im tri-cup-nordhessen wird für mich am 10. juli am edersee sein. somit hab ich also noch gut 10 wochen vorbereitungszeit, um mir die nötige tempohärte über diese distanz anzutrainieren - mit der ein oder anderen kleineren unterbrechung, z. b. beim werraman, der für alle 3ender als einzelstarter schon gebucht ist.
antennchen (aka herminator) will übrigens mit mir in köln laufen. das wird sein zweiter mara nach dem diesjährigen fulminanten debut (3:26h!) in dresden. somit bin ich nicht ganz allein, was bestimmt nicht verkehrt ist…
wenn es gerade für mich nichtläufer in kölle gut läuft (im wahrsten sinne des wortes!), dann machen wir vllt einen marathon zu unserer alljährlichen saisonabschluss-veranstaltung. schöne läufe gibt es ja zu genüge. ich war z. b. noch niemals in new york…
was immer auch euer ziel ist: packt es an! 2010 wird unser jahr!!!
gestern im rotenburger hallenbad. es war total leer, nur eine ältere dame, michel und ich. michel schwamm ne halbe bahn, dann juckte es ihm an der nase und er musste mal kurz pausieren. hm - nicht genug für seepferdchen.
danach etwas tauchen, etwas springen, etwas planschen, dann nächster versuch: halbe bahn und die nase juckte wieder.
nochmal planschenspringentauchenspielen und dann folgender vater-sohn dialog:
ich: sollen wir nicht mal den bademeister holen?
michel: ähm, jetzt noch nicht.
ich: hm, wann dann?
michel: in sechs minuten.
ich: wieso in sechs minuten? (anm.: er kann die uhr noch nicht!)
michel: ich muss mich noch konzentrieren.
ich: hm, gut. dann häng dich mal auf meinen rücken und wir schwimmen zum anderen ende des beckens, das dauert so ungefähr sechs minuten. entspann dich solang und dann gehen wir zusammen zum bademeister, ok?
michel: ok!
gesagt, getan. auf der anderen seite des beckens angekommen (untermalt von lautstarkem hüh manni! hüh! rufen - in anspielung auf manni das mürrische mammut aus ice age), sind wir dann zum bademeister gegangen:
michel: bademeister, ich will jetzt seepferdchen machen.
bademeister: na, dann schwimm mal ne bahn. ich gucke.
und michel ging ins wasser und schwamm die 25m das erste mal am stück, ganz mit ohne nasejucken! oh, was war er stolz! und sein papa erst!!!
nach dem ring tauchen war eh kein problem und den sprung vom beckenrand konnte er ganz ausgelassen, weil er vorher schon dauernd vom 3er gesprungen war.
bademeister: tja, das wars auch schon. glückwunsch, bestanden!
und so schließt sich auch dieses kapitel noch glücklich im alten jahr.
nach der seepferdchen-prüfung blieben wir natürlich noch etwas im bad. michel kam dabei nicht von den sprungbrettern los. die springerei fasziniert ihn schon. irgendwann hängte er sich von unten an den 1er, hangelte sich an dem brett ganz nach vorn und blieb dort ne weile hängen. ich weiß nicht warum, aber es erinnerte mich irgendwie an folgenden dialog…
so, jetzt isses soweit: das neue jahr steht vor der tür und es ist wieder mal zeit sich zu überlegen, was man alles ändern, verbessern, neu machen, weglassen, wasauchimmer möchte. denn wenn nicht zu neujahr, wann dann?!
gut, ich denke, wenn man wirklich will, kann man an jedem beliebigen punkt im jahr etwas ändern. man muss halt nur wollen. allerdings ist der beginn eines neuen jahres sicher noch am meisten einladend dazu. also: was wollt ihr ändern?
ich für meinen teil werde kleine dinge wie auch das ein oder andere größere ändern. für euch leser wird es auch was neues geben: nämlich nix mehr. ich werde ab 2010 nicht mehr bloggen.
denn der realist in mir (ok, und der zeitgeiz) stellte sich jüngst die frage: warum blogge ich, wer braucht diesen blog? (ich weiß, es heißt dieses blog. aber das hört sich bescheiden an und so gibts bei mir die maskuline form: den blog.)
wen juckts z. b., dass ich mich standhaft wie erfolgreich der hartnäckigen und geballten virenladung (grippe + bronchitis + magendarm) meiner familie widersetzen konnte, mein rechner sich dafür aber fast zeitgleich lustvoll einen superfetten virus (datenschrott incl!) hingab? oder dass michel bald das seepferdchen hat, ich nebenbei letzte woche knapp 8km geschwommen bin? oder dass uns tui mit einem “danke, aber leider 3 tage zu spät” auf unser beschwerdeschreiben ob des miesen cluburlaubs auf kos geantwortet hat? oder dass hermann, hermine und ich seit oktober als 3ender unterwegs sind? oder dass ich mir ne neue sportuhr gegönnt habe? oder dass zusammen mit den studendeköpp morgens um fünf immer noch ein dönerchen geht (echt lecker, kenan!)? oder dass ich über weihnachten gefühlte 90 stunden playmobil und legodinge zusammen gebaut habe? oder, oder, oder…
ganz ehrlich: who cares???
wenngleich mein blog wohl meist mit einem schmunzeln zu lesen war, so muss ich doch (wieder mal realistischerweise) sagen, dass es da draussen etliche blogs gibt, die mindestens genauso gut, wenn nicht sogar noch besser sind, ja.
seis um das leben im allgemeinen, seis speziell um triathlon, egal. zahllos begabte blogger widmen sich der ganzen bunten themenvielfalt die auch mich bewegt/e. und so hat die welt meinen eher unregelmäßigen sermon nicht wirklich nötig.
nüchtern analysiert fehlt die niesche und damit auch der bedarf. und offen gesagt auch die zeit.
ja, die frequenz meiner artikel hat doch stark nachgelassen. dank alltag, aber ganz besonders auch dank des sports. seit ende november trainiere ich das erste mal in meinem leben nach einem trainingsplan mit ziel “sommersaison 2010″. bis ende januar erstreckt sich dabei zunächst eine reine vorbereitungsphase (grundlagenausdauer). dabei sind ca. 7h training pro woche zu absolvieren. das ist einiges im vergleich zu dem, was ich früher trainiert habe. das ganze steigert sich über das frühjahr und den frühsommer hin auf bis zu 11h/woche in der spitze.
gut angelegte zeit, keine frage. aber auch zeit, die ich anderswo einsparen werde. z. b. beim bloggen
vermutlich werde ich offline ein kleines trainingstagebuch führen, das meinen und vllt auch den weg des ein oder anderen mitstreiters in richtung ironman festhält. denn triathlon wird, zumindest aus heutiger sicht, ganz sicher DAS bestimmende thema in meinem leben bleiben. klar, nur allein schon wegen des immensen trainingsaufwandes. aber auch von der philosophie her: das kontinuierliche hinarbeiten auf ein weit, weit entferntes ziel, das rantasten und manchmal sogar überschreiten der eigenen grenzen und ganz besonders das permanente überwinden der eigenen psyche - all das ist total begeisternd wie fesselnd, lässt sich aber nur schwerlich “nebenbei” machen.
will man richtung ironman gehen, man muss sich diesem weg ganz intensiv widmen, ja fast hingeben. es wird zur lebensphilosophie. das muss man wollen (mit allen konsequenzen), oder eben nicht.
ich hab mich entschlossen: ICH WILL!
jetzt hoffe ich nur sehr, dass mein körper auch mit will. und dass meine entscheidung nicht von irgendwelchen zombies herrührt, die heimlich nächtens an meinem brain geknabbert haben… enjoy!
cooles gute laune stück, oder?
in diesem sinne: das allerbesteste für 2010+ und die kraft zur erfüllung all der guten, weniger guten, heimlichen sowie unheimlichen vorsätze und nicht zu vergessen, immer ein lächeln im gesicht wünscht,
kinder, bei denen es “nicht so recht klappt” in der schule, bekommen gern mal nachhilfe. einzelunterricht, damit sie das klassenziel doch noch irgendwie erreichen.
das ist aber nicht nur bei kindern so, sondern auch bei erwachsenen. z. b. bei herrschaften, die trotz ihres reifen alters glauben, sie müssten noch mal richtig schwimmen lernen. damit das klassenziel (1500m in passabler zeit) allerdings auch erreicht wird, gabs heute mal einzelunterricht für hermine, hermann, peter und mich.
einige schwimmtrainer-anwärter aus der region suchten “lernwillige”, am besten nicht nur kinder, sondern gern auch mal erwachsene. das kam uns natürlich wie gerufen. und so haben wir heute nachmittag ein 90minütiges intensivtraining genossen. jeder von uns hatte seinen eigenen trainer/trainerin. und DAS war richtig gut!
meine trainerin hiess lea, ein mädel von vllt 18jahren, aber mit bestesten kraulkenntnissen. sie stand nicht nur am rand und gab anweisungen, sondern schwamm die übungen vor. wenn ich dran war, schwamm sie um mich herum, tauchte sogar unter mir, um genau zu sehen, was ich wie wo falsch oder evtl. auch richtig mache. so gabs immer direkt gezieltes feedback und ich merkte in den 90min einen deutlichen fortschritt! echt super-effektiv! und das ganze auch noch für lau, denn die trainer-anwärter waren froh, dass sie mit uns ein paar erwachsene lernopfer gefunden hatten. win-win-situation!
bleibt zu hoffen, dass wird das gelernte auch weiter umsetzen und iiiiiiiiiirgendwann vllt einmal doch noch richtig schön (schnell!) kraulen können.
eigentlich wollte ich an dieser stelle in epischer breite über unseren duften club-urlaub auf kos (gesprochen “koss”) in griechenland berichten. aber nach dreimaligen umschreiben/umformulieren bin ich zu dem entschluss gekommen, dass ich das lasse. weil ich mich nur ärgere, und das isses nicht wert.
deshalb nur soviel: wer mit tui nach kos fliegt und im 4-sterne club sol kipriotis absteigt, der darf sich auf harte kokosmatratzen in appartements im 80 jahre stil, fades wie reichhaltiges essen, muffeliges personal, getränke im plastikbecher sowie eine schöne poollandschaft (incl. papas geliebten 50m becken) einstellen.
in den 10 tagen urlaub hab ich es auf knapp 100 laufkm und ca 10 schwimmkm gebracht, womit ich zufrieden gestellt war. nachdem die kinder, dank der poollandschaft, ebenfalls gute laune hatten, verbuche ich den urlaub alles in allem als ganz ok. trotzdem: es war ganz sicher mein erster und letzter club-urlaub. jedenfalls in einem tui-club.
richtig beeindruckt hat mich jedoch die tatsache, dass leute nach der geglückten landung ihres flugzeuges erstmal herzhaft klatschen. es ist also doch kein gerücht, sie machen das wirklich, die touris in den sonnenbombern. da fragt sich der frequent traveler: WAS! SOLL! DAS!, BITTE?!!!?
klatschen die auch, wenn sie mal mit der u-bahn fahren? oder an der roten ampel halten. bringen sie es vllt sogar schon ihren kindern bei, wenn die mit dem bus zur schule fahren?
manchmal kann selbst ich nur staunen…
anyway, kaum zuhause angekommen konnte ich direkt wieder packen. am nächsten tag gings gleich weiter nach arizona. ich freute mich schon auf spätabendliche läufe durch scottsdale bei angenehmen 30+ grad, aber… NIX!
nicht nur, dass es direkt nach meinem eintreffen im sun valley einen wettereinbruch gab und die temperaturen auf sehr ungewöhnliche 18-20 grad sanken. auch die meetings “tagsüber” gingen etwas länger als nur den tag über. abends hieß es dann noch fleißig mailen und telefonieren mit deutschland um diverse dinge für den nächsten tag zu klären - und schwupps waren die paar tage rum, ohne auch nur einmal gelaufen zu sein. suppi.
nach zwei tagen im büro wurde weitergereist: drei tage projektmanagement seminar in kölle. das seminar war leider nur durchschnittlich. schade. naja, dafür hab ich tags wie abends viele neue leute kennengelernt und allein dafür hat sich der tripp doch noch gelohnt!
mittlerweile war ich schon wieder eine ganze woche im büro, gänzlich unverreist. und so kehrt gottseidank auch langsam wieder die normalität zurück. der berg an mails und offenen aufgaben nimmt ab, das training nimmt langsam wieder zu (war schon wieder schwimmen und sogar einmal abends laufen - ja!). alltag - wir haben uns endlich wieder
apropos alltag. nicht ganz alltäglich war dieses wochenende natürlich das badewannen/club-manhattan revival. weit über 100 leute drängten sich zu klängen von vinylscheiben im retro-outfit im lispenhäuser “schwarzen stock”. dj kalle gab alles und der jacky floss mit dem schwitzwasser um die wette… herrje, was ein spässchen, prädikat: wiederholenswert!
ganz im zeichen dieser veranstaltung und für alle, die nicht nur die disko sondern auch jan delay mögen…
alpha et omega - anfang und ende. darum gehts heute. und - wer hätte es geahnt - auch ein wenig um sport. eigentlich schon fast langweilig, oder? gäbe es da nicht wirklich immer wieder was neues zu berichten. so höret…
nach dem letztjährigen schnuppertriathlon in der wikingerformation hatte ich mir ja für 2009 fest vorgenommen, selbst einen triathlon zu bestreiten. gesagt, getan beim seven-eleven. seit juli war ich somit bereits voll im jahressoll. hinzu gesellte sich noch der ein oder andere lauf beim nordhesencup - alles bestens soweit. fehlte nur noch ein gelungener abschluss meiner ersten tria-saison…
der sollte eigentlich ende august beim werraman sein, erneut mit der wikingerstaffel. aber obwohl wir uns sogar etwas verbessern konnten, stellte sich nicht das ersehnte glücksgefühl ein. vielleicht lag das daran, dass ich mir zuvor bereits bewiesen hatte, selbst einen ganzen tria schaffen zu können. das relativierte natürlich etwas meine 23km auf dem rad. wie auch immer, der werraman war nicht wirklich 100%ig zufriedenstellend für mich, fühlte sich nicht nach einem würdigen saisonabschluss an.
und schwupps war ich mit einem mal nicht mehr im jahressoll - ich musste umplanen, musste noch was neues finden…
nach kurzer recherche im www fand ich auch, und zwar den gambach duathlon. 4km laufen – 19km rad – 4km laufen, das schien machbar und somit meldete ich mich an. doch zuvor suchte ich noch einen mitstreiter. nachdem mir der marathonfixierte herminator gleich einen korb gab, konnte ich glücklicherweise ohne große überredungskünste meine kleine julia für das vorhaben begeistern. denn es wurde dort auch ein kinderduathlon über 600m laufen – 3km rad – 600m laufen angeboten.
drei wochen noch bis zum wettkampf, also ran. ich erstellte mir zunächst einen kurzen aber deftigen trainingsplan. plan wohlgemerkt, denn die realität kam etwas anders…
woche 1 – kaum trainiert, weil viel zu tun im büro. nur am wochenende ne lange ausfahrt und einmal eine kurze duathloneinheit. hm, weit unter plan. dann also nächste woche umso härter ran!
woche 2 – montag, klasse schnupfen. besser jetzt nicht trainieren, sonst wird’s nur schlimmer. also schonen und auf woche 3 hoffen.
woche 3 – immer noch schnupfen, klasse! zudem sind die nebenhöhlen jetzt auch zu, spitzenklasse! der wettkampf am sonntag schien damit quasi gelaufen.
samstag gings mir aber etwas besser. die nase lief zwar noch wie ein kleiner bach, aber zumindest die nebenhöhlen schienen einigermaßen frei zu sein, da die kopfschmerzen nachließen. mit rotznase und ohne training entschied ich mich, trotzdem zu fahren. absagen könnte ich im zweifelsfall auch noch vor ort. außerdem freute sich julia schon total auf den wettkampf.
sonntag morgen kurz vor acht starten wir zwei. die süße war super vorfreudig aufgeregt. ich war aber auch in guter stimmung, weil sich mein schnupfen einigermaßen zurückhielt und zudem das wetter viiiieeel sonne versprach.
10:15 uhr: startschuss für die kids – und die süße hielt sich doch tatsächlich an das, was ich ihr geraten hatte. ersten lauf locker angehen, nicht rennen! auf dem rad dann schon mal etwas gas geben, beim abschließenden lauf (gleiche strecke wie der erste) dann power!
genau so machte sie es und kam nach gut 13min ins ziel. TOTAL erschöpft aber NOCH TOTALER erfüllt vor glück! sie war so glücklich das geschafft zu haben, dass sie lachte und weinte zugleich. und ich weinte mit ihr. was ein gefühl! nur allein deshalb hätte es sich schon gelohnt hierher zu kommen!
11:15 uhr: durchsage, die siegerlisten der kids hängen aus. und was soll ich sagen? die süße ist doch tatsächlich auf den 3. platz in ihrer altersklasse gelaufen, und zwar nur 5 (in worten: FÜNF!) sekunden hinter der erstplatzierten! na, das war vllt eine aufregung im hause hanstein – und das noch vor vadders start…
11:45 uhr: startschuß für die age-grouper. ich hatte die gleiche strategie wie julia. mit einem 4:30er schnitt lief ich dann aber schon schneller als gewollt. das feld hat ganz schön (an)gezogen. und trotzdem lag ich nach dem ersten lauf nur irgendwo im ende des zweiten drittels.
auf dem rad legte ich dann etwas zu, fuhr aber nicht „letzte rille“. ich war einfach unsicher. das fehlende training, die latente erkältung und sicher auch die große unbekannte „duathlon“ verunsicherten mich. trotzdem wurde ich insgesamt nur von zwei fahrern überholt, schluckte selbst bestimmt an die zwanzig, teils auf richtig sauschnellen (naja -teuren) zeitfahrmaschinen. aber gerade das wars…
so wie mich das im ersten moment aufbaute und motivierte
ha, wieder einer weniger! gegen meine strammen waldhessischen treter hilft dir auch kein aerolenker! …
so ließ es mich im nächsten moment wieder zweifeln
hm, oder wissen die vllt einfach mehr als ich? ist womöglich der zweite lauf derart hart, dass man bewusst ruhig fahren muss, um dann nicht einzubrechen? überpace ich mich hier gerade hemmungslos? die haben doch sicher alle trainiert, haben bestes material, sind bestimmt duathlonerfahren und ich – ich mach mich hier gerade kaputt? …
zweifel. aber was sollte ich machen? ich konnte mich doch nicht einfach zurückfallen lassen, nur um auf nummer sicher zu gehen. zweifel. erstmal die banane essen.
gut, und jetzt? nein, nicht attackieren. ich werde einfach meinen stiefel weiterfahren, nicht letzte rille, nicht auf gedeih und verderb jeden fressen wollen, einfach weiterfahren.
die strecke war recht schön, ging durch einige dörfchen, alles in allem aber nicht ganz unanspruchsvoll weil wellig. nix dramatisches, aber man musste eben immer mal wieder aufwärts fahren. die meisten leute überholte ich an genau jenen steigungen – immer begleitet von diesen sch… zweifeln.
warum treten die denn jetzt nicht rein, mein gott? da oben ist doch schon die höhe – oder doch nicht? oder kommt sogar dahinter noch DER berg, von dem ich nix weiß, an dem ich dann erbarmungslos einbrechen werde? was ist denn los hier???
ruhig bleiben, hanstein und einfach weiterfahren. 19km sind überschaubar. auch mit laufender nase und zwei trainingslosen wochen.
DER berg kam nicht mehr. was natürlich bedeutete, dass das große erwachen nur noch auf der abschließenden laufstrecke kommen konnte. wieder zweifel.
die ersten zwei kilometer also erst mal langsam machen, verhältnismäßig. ich lag im schnitt bei knapp 4:30, so wie im ersten lauf. dann die wendemarke nach 2km und mir gings noch erstaunlich gut. überholt hatten mich bis dahin vllt zwei läufer, während ich selbst ebenfalls schon zwei, drei läufer überholt hatte. ich konnte also jetzt mal etwas zulegen – was auch nötig war. denn auf dem nächsten kilometer merkte ich, wie mir jemand immer näher kam. irgendwann kam uns ein mädel entgegen und rief dem läufer hinter mir zu: „los, du bist die zweite. die erste kannste noch kriegen!“
ok, es war also eine frau hinter mir, und zwar die nummer 2 im feld. und ich merkte, dass #2 unbedingt #1 einholen wollte. aber dazu müsste sie an mir vorbei. und ich weiß nicht warum, aber mit einmal wollte ich noch vor der zweiten frau im ziel sein, so!
keine 1000m mehr. die tante hinter mir schnaufte genau wie ich. es war scheinbar genausowenig ihr „wohlfühltempo“ wie meines. trotzdem, ich lass dich nicht vorbei! ich zog etwas an.
noch 500m, wir überholten einen läufer, der sich gleich wieder an uns ranhängte und seinen platz zurückerobern wollte. nein, ich lass euch nicht vorbei! ich zog nochmals an, atmete jetzt im 1er rhythmus (1 schritt einatmen, 1 schritt ausatmen). limit!
noch 200m, der zielsprecher war deutlich zu hören: „… und da kommt auch schon die zweite frau …“. mir war egal, wer da kam, hauptsache er kam NACH mir ins ziel! ich gab alles, ENDSPUUUUURT! und so kam ich dann tatsächlich vor der zweiten frau ins ziel. sie hat auf den letzten 200m abreißen lassen müssen. aber das hatte ich schon nicht mehr bemerkt. mit tunnelblick rennend gab es nur noch mich und die ziellinie.
und dahinter stehend meine süße die mich gleich in empfang nahm. ich weinte zwar nicht, aber es war trotzdem ein super gefühl, den wettkampf so gut und alles gebend beendet zu haben. das kaiserwetter trug natürlich auch zu dem glücksgefühl bei - es war einfach ein perfekter tag!
13:30h: durchsage, die siegerliste der ersten 100 starter hängt aus. wow, das ging aber mal schnell. natürlich sind juli und ich gleich hin und wir fanden mich auf Platz 15 in meiner altersklasse, auf platz 47 gesamt. damit lag ich ende erstes – anfang zweites drittel des gesamtteilnehmerfeldes. das reichte natürlich LANGE nicht für einen podestplatz wie bei der süßen (der erste war satte 13 min vor mir), aber es reichte sehr wohl für ein ausgiebieges glücksgefühl und bescherte mir somit doch noch den ersehnt guten saisonabschluss.
16:00h: mc donalds, bad hersfeld – julia hatte es sich gewünscht. und obwohl ich ja einigermaßen reserviert gegenüber fastfood bin, muss ich klar sagen: wenn es einen tag gab an dem ich ihr diesen wunsch nicht abschlagen konnte, dann an genau diesem!
nächstes jahr will sie übrigens mit mir einen triathlon zusammen bestreiten. nach dieser glückshormonausschüttung ist das jedenfalls nur zu verständlich.
auch wenn herr steinmeier diesen tag abends in den nachrichten nicht lobte, von einer bitteren niederlage für die sozialdemokratie sprach, für julia und mich war der tag mehr als gelungen: der beginn einer neuen tria-leidenschaft und mein würdiger saisonabschluss.
alpha und omega an einem wunderschönen tag
wieder mal ein paar zahlen als überschrift. aber es ist nicht das simple nachäffen eines werbespots, sondern die exakte beschreibung meiner letzten woche - aus sportlicher sicht.
drei.
sonntag war volkslauf in breitenbach im rahmen des nordhessen-cup. ich ging über 10km an den start. das letzte mal, als ich beim NHC über 10km startete (1. mai, witzenhausen), brauchte ich dafür 53min. nicht wirklich prickelnd, aber immerhin lag ich damit in der vorderen hälfte der starter. da ich seit dem nun einigermaßen trainiert hatte, nicht zuletzt auch laufen, hatte ich mir vorgenommen, die ziellinie unter 50min zu überqueren. eine soldie 49er zeit, das wärs… defacto wurde es eine für mich sagenhafte, unglaubliche, ichfreumichnochimmerdarüber zeit von 44:51min. mit dieser zeit bin ich auf den 3. platz in meiner altersklasse an dem tag gelaufen. hamma!
so unfassbar das ergebnis für mich war, so unfassbar kaputt war ich danach auch. bis zum mittwoch konnte ich absolut null sport machen. ich war total platt, aber richtig!
zwei.
mittwoch sollte mein letzter trainingstag vor dem werraman werden, generalprobe sozusagen. ich hatte mir vorgenommen, noch mal die dankeröder höhe zu attackieren, eine neue bestzeit in den asphalt zu brennen. die beine waren nachmittags schon wieder halbwegs ok, so dass ich mir das vorhaben nicht ausreden wollte. nicht zuletzt auch, weil anja ebenfalls mitkommen wollte. sie hatte zwar etwas bedenken ob des angestrebten tempos, aber ich beruhigte sie und so fuhren wir los. hätte ich es bloß nicht gemacht… das war der erste tag, an dem ich nicht als erster die höhe erreichte.
langer arbeitstag, nicht richtig gegessen, noch immer schwere beine, egal: no excuses, ich war schlecht, sie war gut! am ende kam wohl noch ne 48er zeit raus, aber es ging mir verdammt dreckig dabei. ich bin kaum die d-höhe hochgekommen. gaaaanz schlecht…
eins.
samstag war werraman tag. nach der geplatzten generalprobe konnte es ja eigentlich nur besser werden, oder? also los! aber ich sah das event lange nicht mehr so verbissen wie noch im letzten jahr. zu einem guten ergebnis einer tria-staffel gehören drei gute einzelleistungen. und ich muss akzeptieren, dass nicht jeder gewillt ist, den gleichen verbissenen (vllt leicht kranken) ehrgeiz an den tag zu legen wie ich. ist halt alles eine frage der prioritäten - und damit wird die wikinger-staffel mehr zum fun- als zum fight-club. ganz schön nüchternes fazit, oder? und das von mir! aber so isses, und so war ich dann auch recht entspannt - bis es irgendwann losging.
denn als schnipp mir das staffelband übergab, war ich schon wieder so aufgeregt, dass ich weder an der garmin noch an der suunto die richtige taste zum start meiner runde drückte. aber ehrlich gesagt hatte ich auch genug damit zu tun, dieses sch… staffelband an meinem arm festzukriegen. tolle neuerung egal, denn in jedem fall war ich besser als letztes jahr. unsere ganze staffel war besser mit gesamt 01:14:28, was am ende für platz 21 von 52 vereinsteams reichte. aber auch die wikinger-II gaben die letztjährige rote laterne locker ab und holten sich mit 01:28:33 platz 49.
wieso also 1, fragt sich jetzt der aufmerksame leser? WEIL ANJA DIE SIEGERIN WAR!!! diese junge dame aus conneticut (usa) ist echt der hammer!
sie kam als zweite oder dritte aus dem wasser, hatte aber bereits auf der kurzen laufstrecke zur wechselzone die führung übernommen. in der wechselzone spielte sie dann etwas mit ihren radschuhen, so dass sie knapp hinter einer anderen aufs rad stieg - und auch quasi zeitgleich mit dieser dame wieder zurück in die wechselzone kam. wieder war anja etwas langsamer beim umziehen. doch bereits auf dem weg aus der wechselzone hatte sie zu der führenden wieder aufgeschlossen, sie fast schon überholt - wäre da nicht der enge ausgang gekommen. so blieb sie also noch mal ein paar meter lang hinter ihr. aber dann… dann durfte die führende das erleben, was sowohl der herminator als auch ich schon mal leidlich (um nicht zu sagen: schmerzhaft) erleben durften: von einer wahnsinnig(gut)en läuferin regelrecht deklassiert, ja nahezu stehen gelassen zu werden. am ende lag sie mit über dreieinhalb minuten (gesamt 1:11:16) vor der zweitplatzierten.
(für die unkundigen: dreieinhalb minuten bedeuten auf dieser sprintdistanz welten).
sie schwimmt wie ein fisch, sie pedaliert wie ein kampfstier, aber sie läuft wie eine gazelle hinter der ein rudel hungriger löwen her ist. laufen ist ihr trumpf, den sie auch gnadenlos ausspielte. triathlon ist halt kein ponyhof - und so holte sich dieses junge ding eiskalt wie obersouveränst den gesamtsieg bei den damen. ein no-name, ein underdog, eine mit viel glück und in letzter sekunde noch angemeldete ist neue werrawoman 2009!!! nicht ganz ohne stolz möchte ich dabei erwähnen, dass ich sie zu diesem event geführt habe. und so habe ich mich, aber auch der herminator und alle anderen wikinger natürlich riesig über ihren sieg gefreut, fast mehr als über das unsrige durchweg positive abschneiden. echt genial, anja!
das folgende lied passt zwar nicht 100%ig zum vor geschriebenen, aber die ein oder andere textzeile schon, außerdem isses geil - und deswegen passts doch! also los, mach laut jezz…
you hit the floor! again congrats, anja!
you have mine and our respect for this accomplishment, splashy and amazing! be proud of yourself, you beast!
2 wochen urlaub - schon wieder rum. und wie nach jedem urlaub kann ich auch dieses mal feststellen: er ging mal wieder viiiiiieeel zu schnell rum. aber es war ja auch einiges geboten:
vom taunus wunderland über den edersee bis nach st. pauli.
vom mamageburtstag über die notaufnahme bis zum harleytreffen.
vom freibadplanschen über etliche sporteinheiten bis hin zu einer wichtigen erkenntnis:
ein alter baum rollt wohl schnell den berg hinunter, aber im flachen genauso wie im wasser müht er sich doch redlich ab gegen ein zartes (und zähes) junges pflänzchen…
… zu den etablierten triathleten des tv breitenbach stehen der herminator und ich als blutige tria-anfänger mal gar nicht sooo schlecht da in der endabrechnung beim cherry-man.
das gibt natürlich gleich zusätzliche motivation für die nächsten schritte!
bin wirklich mal gespannt, wie die statistik im nächsten jahr aussehen wird. denn eines ist klar: auch, wenn wir den jungen landau nicht vom kirschenthron schubbsen werden (und können!), aber den einen oder anderen seiner vereinskollegen möchten wir schon noch hinter uns lassen.
mit besten gruß von den 3endern auf der anderen fulleseite
a-ha.
p.s.: nachträglich hier noch ein paar bilder der beiden 3ender-debütanten…